Hier findet ihr eine Liste mit Wörtern, die sich durch die Reform geändert haben:
“What I like about photographs is that they capture a moment that’s gone forever, impossible to reproduce.” ― Karl Lagerfeld
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Sunday, May 24, 2015
Die Fremdwortschreibung
Die orthographische Eingliederung von Fremdwörtern ist in allen Sprachen ein sensibles Thema. Die deutsche Sprache ist in diesem Bereich relativ konservativ, sie passt also Fremdwörter viel weniger an die eigene Orthographie an, als dies etwa slawische oder auch nordgermanische Sprachen tun. Im Wesentlichen wurden bei der Rechtschreibreform bereits begonnene Eindeutschungen verstärkt und es wurde versucht, das Schreibsystem dafür offen zu halten (z.B. f statt ph, z statt t, t statt th). Außerdem gilt bei der Fremdwortschreibung, wie bei den Kommaregeln, die fakultative Anwendung: Man kann sie also anwenden, muss aber nicht.
| MAJONÄSE | Delfin |
| JOGURT | Ketschup |
| PANTER | Nugat |
| TUNFISCH | Getto |
Die Getrennt- und Zusammenschreibung
Auch dieser komplizierte Teil der deutschen Orthographie wurde im Zuge der Rechtschreibreform vereinfacht. Allerdings wurde hier die neue, einheitliche Grundregel nicht so eindeutig durchgezogen wie etwa bei der Groß- und Kleinschreibung, daher sollte man auch hier in Zweifelsfällen ein Wörterbuch verwenden.
In diesem Bereich gibt es gibt viele Änderungen. Die Grundregel lautet aber: ab jetzt soll möglichst getrennt geschrieben werden! Getrennt geschrieben werden nun etwa Verbindungen mit wieder-, einander- und -wärts, weiters Verbindungen von viel und wenig mit so, wie und zu.
| WIEDER | SEHEN | so | viel |
| ANEINANDER | FÜGEN | wie | viel |
| ABWÄRTS | GEHEN | zu | wenig |
Getrennt geschrieben werden weiters alle folgenden Verbindungen:
- Verbindungen, deren erster Bestandteil ein Partizip, Infinitiv oder Substantiv ist
- Verbindungen, deren erster Bestandteil gesteigert oder erweitertwerden kann
- Verbindungen, deren erster Bestandteil auf -ig, -isch oder -lich endet.
| GEFANGEN NEHMEN | leicht fallen | heilig sprechen |
| VERLOREN GEHEN | schwer verständlich | heimlich tun |
| KENNEN LERNEN | weit reichend | |
| RAD FAHREN | ||
| EIS LAUFEN |
Obwohl die Grundregel lautet, dass möglichst getrennt geschrieben werden soll, gilt auch weiterhin für viele Verbindungen die Zusammenschreibung. Die wichtigsten Bestandteile solcher Verbindungen werden im Folgenden nun aufgezählt.
| IRGEND- | statt- | -dessen | -so |
| NICHTS- | teil- | -halber | -weise |
| HEIM- | zu- | -mal | -zeit |
| PREIS- | -maßen |
Das Komma
In der deutschen Sprache wurde das Komma sehr häufig benützt, die Reform hat nun die Zahl der Kommaregeln von 57 auf 9 reduziert. Bevor die Neuerungen an dieser Stelle präsentiert werden, ist es wichtig festzuhalten, dass die Grundregel unverändert bleibt, nämlich dassHauptsätze sowie Haupt- und Gliedsätze durch Komma getrennt werden.
Er sitzt vor dem Fernseher, isst eine Pizza und trinkt ein Cola.
Ich hoffe, dass du morgen kommst.
Ich weine, weil ich traurig bin.
Ich hoffe, dass du morgen kommst.
Ich weine, weil ich traurig bin.
Bei Infinitiv- und Partizipialkonstruktionen muss in Zukunft kein Komma mehr gesetzt werden, das Komma ist also in solchen Fällen fakultativ. Allerdings soll das Komma dort gesetzt werden, wo sonst Missverständnisse entstehen könnten, was besonders bei Infinitivkonstruktionen der Fall sein kann.
Ich habe mich gefreut (,) Sie zu treffen. Durch den Lärm überrascht (,) hob sie den Kopf.
| MAN BEFAHL IHM, WASSER ZU BRINGEN. | Man befahl, ihm Wasser zu bringen. |
Kein Komma braucht man in Zukunft nach und, oder, entweder/oder, sowohl/als auch und weder/noch zu setzen. Erhalten bleibt aber weiterhin das Komma vor aber, jedoch und sondern!
Sie ging ins Schlafzimmer (-) und er blieb im Wohnzimmer.
Entweder du hilfst mir jetzt (-) oder ich werde wirklich böse.
Entweder du hilfst mir jetzt (-) oder ich werde wirklich böse.
Sie ging ins Schlafzimmer, aber er blieb im Wohnzimmer.
Er singt nicht nur gut, sondern komponiert auch manchmal.
Er singt nicht nur gut, sondern komponiert auch manchmal.
Die Groß- und Kleinschreibung
Dieses komplexe Kapitel beschäftigt sich damit, ob man deutsche Nomen mit einem großen oder einem kleinen Anfangsbuchstaben schreibt. Die Reform führt jetzt eine gemäßigte Großschreibung ein, die Grundregel lautet, dass alles, was einen Artikel hat oder haben kann, groß geschrieben wird.
- auf dem Laufenden sein
- m Voraus
- Recht haben
- im Großen und Ganzen
- des Öfteren
- im Nachhinein
Neben der allgemeinen Regel, dass alles, was einen Artikel hat oder haben kann, groß geschrieben wird, gibt es auch noch einige kleinere Neuerungen. So werden etwa Tageszeitangaben nach heute, morgen und gestern, nominalisierte Adjektive sowie Ausdrücke in festen Wendungengroß geschrieben.
- heute Abend
- gestern Vormittag
- morgen Nachmittag
- Jung und Alt
- Arm und Reich
- es tut mir Leid
Die neue gemäßigte Großschreibung gilt in folgenden Situationen nicht: Klein(!) geschrieben werden
- Wendungen mit sein, werden, bleiben
- Adjektive in festen Verbindungen, die keine Namen sind
- die Anredepronomina du, ihr in Briefen.
- mir wird angst
- ich bin schuld
- ich bin pleite - ABER: ich gehe Pleite
- erste Hilfe
- Ich hoffe, es geht dir und euch allen gut.
Die Regeln zur Groß- und Kleinschreibung sind sehr komplex, wurden aber durch die Reform systematisiert und dadurch doch wesentlich vereinfacht. Im Prinzip hat sich die gemäßigte Großschreibung durchgesetzt, die Grundregel lautet, alles, was einen Artikel hat (oder auch haben kann) wird groß geschrieben.
- auf dem Laufenden sein
- im Nachhinein
- im Großen und Ganzen
- im Voraus
- das Folgende
- auf Deutsch
- des Öfteren
- außer Acht lassen
- Recht haben
- in Bezug auf
Nach der Reform schreibt man auch Tageszeitangaben sowie nominalisierte Adjektive (also Adjektive, die als Nomen verwendet werden) groß. Die letzte Gruppe überschneidet sich aber meist mit der allgemeinen Regel, dass man alles, was einen Artikel hat (haben kann), groß schreibt.
- im Großen und Ganzen
- heute Abend
- das Folgende
- morgen Mittag
- Jung und Alt
- gestern Vormittag
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